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Wiesbaden Ironman 70.3 - 14.8.2011 - der härteste halbe Tag meines bisherigen Lebens (muss nicht getoppt werden ;-)) oder "es geht nur um die goldene Ananas" :-P
 
Die Anmeldung erfolgte unter dem Aspekt - ich will einen IM 70.3 mitmachen, möglichst in Deutschland, und mal gucken wo ich da so stehe. Das Wiesbaden gleichzeitig EM ist hatte einen gewissen Reiz, sorgte aber eben auch für ein stark besetztes Starterfeld. Aber eigentlich genau richtig um mal auszutesten wo man so steht. Also angemeldet und sicherheitshalber ein Kreuz bei der WM Quali gesetzt - nicht angepeilt, aber sicher ist sicher die Saison ist schließlich lang. Das war so ungefähr im Februar. Ungefähr 6-8 Wochen vor dem Start - ich könnt ja mal gucken wann die WM ist usw. Ca 4 Wochen vor dem Start - Radstrecke hat auf einmal 1500 HM statt der angegebenen 1200. Na gut wird schon werden... den Sommer hier brauch ich keinem zu erklären, meine Radkilometer also weit unter dem was ich sollte. Ende Juli noch fast 2 Wochen verletzungsbedingte Pause - spätestens da hätte ich ahnen müssen das es wirklich so hart wird wie angekündigt.
Frei nach dem Motto "man gönnt sich ja sonst nichts" wagen wir also das Experiment IM 70.3 und befassen uns drei Tage vor dem Rennen mit der Frage: was, wenn ich mich für die WM qualifiziere?! Mike legt fest - dann fahren wir auch. Ich widerspreche nicht, aber ist ja eh unwahrscheinlich bei meiner Vorbereitung. Wer mich kennt weiß dass das jetzt kein Tiefstapeln oder Vor-Wettkampfgejammer ist.
 
Samstag. 24°C, sonnig. Wettkampfeinweisung. Ich höre Sätze wie ...die härteste Radstrecke bei solchen Veranstaltungen...Profis kriegen Geschwindigkeiten um die 100 km/h drauf..... Überholverbot, weil gefährliche Stellen.... HÄ? Was mach ich eigentlich hier? Kurzer Anflug von Panik, gefolgt von Überforderung ob der Tatsache die verschiedenen Beutel zu sortieren und an den dafür vorgesehenen Stellen ab zu geben, die sie dann doch nicht wollen. Also auf zum Start, Rad abgeben, Zimmer beziehen.
Es fängt an zu regnen.
 
Sonntag 4:30 Uhr klingelt der Wecker, erster Blick aus dem Fenster - dunkel und nass - ich will nicht! Die Radstrecke hebt mich grad nicht mehr wirklich an, fahre ich eben langsamer und außerdem (da kam der Ingenieur durch) hab ich mir in der Nacht überlegt, dass bei einer Abfahrtsgeschwindigkeit von 100 km/h ja nicht wirklich Kurven kommen können-also von der Logik her nicht so schlimm. Den Rest des frühzeitigen Morgens und bis zu meiner Startzeit 7:10 Uhr verbringe ich relativ ruhig und hätte ich nicht Mike mitgehabt, wär ich wohl nie pünktlich gewesen. Ich hatte irgendwie so die Ruhe weg....war irgendwie trotzdem schusselig was Mike zu der Aussage veranlasste - mach dich nicht fertig, es geht hier nur um die goldene Ananas - naja recht hat er ja.
Pünktlich 7:10 Uhr Schwimmstart. Auf dem Papier ein einfacher Kurs - denkste - im Wasser sehe ich nach der ersten Wende nur noch Bojen in allen möglichen Farben - aha welche nehme ich jetzt zuerst ? Orientierung gleich null, also den anderen hinterher. Bin mir zwar sicher dass der Weg nicht richtig ist, aber ich kenn auch keinen besseren ;-) ...Er war aber wohl doch richtig, denn wir kommen an und obwohl ich nie richtig meinen Rhythmus hatte bzw. null Wassergefühl (also ungefähr so wie die Sichtweite im Wasser ....) nach etwas mehr als 34 min fertig. Ab ins Wechselzelt. Ab aufs Rad. Strecke nass, aber kein Regen, Temperaturen recht angenehm, das sieht gut! Bis km 35 nur einige Hügel dann wird's knackig, so die Auswertung der Höhentabelle im Internet. DENKSTE! Bei km 10 dann  6 % Steigung und so geht es weiter rauf und runter - gefühlt mehr rauf als runter - das kann ja nachher heiter werden. Zielsetzung bis km 30 vor dem ersten Mann bleiben. Mit einigen Regenschauern zwischendurch nähern wir uns Wiesbaden und damit dem harten Teil der Strecke. Bei km 33 rauscht der erste Mann vorbei - na das hätten wir ja geschafft. Steigungen bereits mit 8-10%. No Comment. Dann geht's rauf und als ich überrascht feststelle, dass ich ja schon oben bin, nur kurze Flachstrecke für die Verpflegung und dann sehe ich schon es geht weiter rauf. Ich fahr ja gerne bergauf, nur muss ich den ganzen Mist ja auch wieder zurück, aber ich sehe einen schöne breite langsam abtrocknende Strecke für bergab. Super, besser geht's nicht, das krieg ich hin, also nix wie rauf, naja so ähnlich. einige Kilometer später - Immer noch bergauf, Nebel, Sichtweiten um die 10 m, Bergauf, Nebel, Bergauf, Sind wir bald da ? Nee, weiter bergauf. Ich hab keine Lust mehr! Kurve, Nebel, Bergauf, Nebel, Bergauf, Zuschauer, ein Radfahrer überholt, na da bin ich ja noch richtig. Immer noch bergauf, noch mehr Nebel. Endlich der erlösende Satz eines Zuschauers - jetzt geht's bergab. Aha! Ich sehe nichts, aber es geht auf einmal leichter - yiipieh yeah....bergab .... und kurze Zeit später wieder rauf, aber immerhin kein Nebel mehr. An den Rest der Strecke nur noch schemenhafte Erinnerung-bergauf, bergab, scharfe Kurve, bergauf (natürlich immer ohne Schwung, wäre ja sonst langweilig) und wieder von vorn das ganze.....Basti fliegt irgendwann vorbei, ich kann ihm grad noch viel Erfolg hinterher brüllen, dann ist er weg. Überlegung meinerseits, na wenn der erst jetzt kommt, schein ich ganz gut zu liegen...weiter geht's...irgendwann Wiesbaden, nach meinem Tacho und der Hochrechnung muss hier irgendwo die Wechselzone sein - vorsichtshalber schon mal Schuhe aus und eine Kurve später ist sie tatsächlich da! Die Wechselzone, trocken und im Sonnenschein! Also auf die Laufstrecke um 11:57 Uhr und Mike kurz gesichtet. Aha er ist also auch schon da, sehr gut. Mir geht's prima. Ich hatte ihm als Marschplan ausgegeben 12 Uhr bin ich Wiesbaden- 3 Minuten Reserve, gute Chancen die 5:30h zu knacken, hoffentlich hält das Bein. Runde 1 und 2 sind super - Ich fliege förmlich (gefühlt). Runde drei ist eine Katastrophe. Aus Hügeln werden Berge, und immer wenn ich denke jetzt geht nichts mehr, steht irgendwo Mike. Also muss ich weiter, der ist schließlich wegen mir hier, da kann ich jetzt nicht so einfach aufhören. Gegen Ende die verzweifelte Motivation meinerseits - nur noch eine Runde! Es geht schon wieder besser, aber langsam tut alles weh, die Beine sind kurz vorm Krampf. Mike, Wende, Park, Verpflegung - Hunger- mir ist warm, die Sonne knallt runter, Hügelberg, Asphalt, lange Gerade, ich will nicht mehr, Mike, ich muss weiter, hügelabwärts, Park, Asphalt, Verpflegung, hügelaufwärts, wo ist Mike ?, anscheinend schon im Ziel - da muss ich hin. hügelabwärts - noch eine Schleife bis zum Ziel. Letztes Bändchen, Wende, Check der Uhrzeit - unter 5:30h - Zielgerade - Uhr 5:25- letzte Meter, alles tut weh, schnell über die Linie. Umfallen. Durst. Es war soo hart-nie wieder! Mike kurz gesichtet. Beruhigend, er ist da! Als ich wieder gehen kann erstmal raus und ihm in die Arme fallen - ich hab's geschafft! Mir tut alles weh, aber ich hab's geschafft. Wenn noch Kraft da wäre, wäre ich glücklich und stolz auf mich, aber im Moment ist da nur Leere. Brauch ich nur sein Arme und ein paar liebe Worte. Dann scheucht er mich Duschen und mit dem Dreck und Schweiß wird auch ein Teil der Erschöpfung abgespült - Ich bin Ironman 70.3 YEAH!
Dann folgt shoppen gehen und warten auf die Slotvergabe, denn mit Platz 4 liege ich ganz gut im Rennen. Am Ende des Tages bin ich um 235 Euro ärmer und einen WM-Startplatz reicher ;-)
Und mein Radcomputer wertet mir 1600 HM aus - ja so hat sich das auch gefühlt unterwegs! Wahrscheinlich ist meinen Erinnerung deshalb so bruchstückhaft ;-)
 

 

...Zwischenbericht folgt....

 

Regen und Kälteschlacht beim Vienna City Triathlon
 
Wien sollte einer meiner Saisonhöhepunkte sein. Doch am Morgen des Wettkampftages kamen mir echt Zweifel beim Anblick des Wetters – Dauerregen, Wind und 10°C. Bereits vor dem Wettkampf war ich völlig durchnässt und in der Anbetracht der Wassertemperatur von 19,5°C freute ich mich ausnahmsweise mal auf das Schwimmen. Der Start war super ich suchte mir eine Platz von dem aus ich recht gerade auf die Bojen zuschwimmen konnte und freute mich, dass nicht viele die gleiche Idee hatten. Leider hatte sich das an der ersten Boje erledigt, da kam der Großteil des Feldes von links und auf einmal war ich bei der Wende auf der Innenposition. Entsprechend wenig Platz und viel Schläge gab es und ich musste ordentlich Wasser schlucken, hielt mich aber gut im Feld. Gutes Schwimmen jedoch nicht wirklich möglich, da überall andere Schwimmer.  Kurzzeitig war mir jede Lust vergangen, aber schließlich erinnerte ich mich wieder daran, das ich  normalerweise am Rand der Gruppe schwimme, also kurz eine Lücke gesucht und schräg rausgeschwommen. Boje nicht in Sicht aber egal, den gelben Badekappen nach. Und plötzlich tauchte die Boje auf und schon war sie auch umrundet und auf gings zur zweiten Runde, wieder ohne wirklich Orientierung, mehr nach Gefühl  und den Badekappen nach. Gegen Ende der zweiten Runde überlegte ich noch, ob ich überhaupt mit Regenjacke fahren muss. Hatte sich dann erledigt, als ich in der Wechselzone war, goss es wieder wie aus Eimern. Also der Versuch ein nasses langärmeliges Shirt über einen nassen Körper zu ziehen-gefühlt eine Viertelstunde, aber die anderen waren gottseidank auch nicht schneller. Also rauf aufs Rad und los ging es auf die glitschige Radstrecke. Der Wind war recht böig und so hatte ich ordentlich zu tun, konnte mich aber gut durch das Feld arbeiten. Nach dem Schwimmen noch gesamt 75. Lieferte ich immerhin die 56 schnellste Radzeit ab und ging als zweite Frau auf die Laufstrecke mit 7 Minuten Rückstand auf die Führende und die dritte Frau im Nacken. Also Druckmachen nach vorne und befreien von dem Druck von hinten – so der Plan. Das Laufen ging erstaunlich gut, jetzt hieß es nur durchhalten. Durch die Runden hatte man eine gute Kontrolle nach vorn und hinten und ich hatte jederzeit Übersicht über die Abstände – nur nicht nachlassen, also Zwischenziele gesetzt. Eine hatte so ein auffälliges Trikot, ähnlich ein Kuhmuster-die wollt ich unbedingt noch kriegen. Leider konnte ich mit zunehmenden Läuferfeld nicht mehr ganz den Überblick behalten – Platz 1 und 3 waren ja für mich auch nur wichtig. Also weiter und nur nicht einbrechen, so ging es bis gegen Ende der vierten Runde, schließlich am Kuhmuster vorbei und dann...n, dann half nur noch die Aussicht auf das baldige Ende und ich war froh als ich in Runde fünf zum letzten Mal an der Wende war. Der Abstand nach vorne schmolz zwar, aber ich kam nicht nah genug ran. Egal die Hoffnung stirbt zuletzt, und so zog ich bis zum Ende durch und war dann auch froh endlich nach 4:37:58h das Ziel erreicht zu haben. Bei den widrigen Bedingungen war das nicht so ganz selbstverständlich, hatten wir im Vorjahr doch ideales Wetter. Im Ziel wartete dann meine Freundin mit einem Erdbeertörtchen-welch ein Lohn !!!!
Hinterher noch ein paar Tage Urlaub in Wien und – wie konnte es anders sein – ab Sonntag wieder blauer Himmel, Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad-na wie schön!
 
Einstand 2. Bundesliga 

Am 22.5.2011 war es soweit – der erster Wettkampf 2. Bundesliga stand für mich mit dem Triathlon in Gütersloh auf dem Programm. Die Streckenverhältnisse waren mit 1km Schwimmen, 40 km Rad und 10 km Laufen für mich ideal, die Frage war nur ob ich eine Radgruppe erwische. Pünktlich zum Start fing es an zu regnen. Das Schwimmen war wie in einer Waschmaschine und der Ausstieg über dem Wasserniveau für mich noch ein zusätzliche Herausforderung. Leider erreichte ich die dritte Radgruppe nicht ganz und so bildete sich nur eine Dreiergruppe. Mit dabei meine Teamkollegin Annika Gravemeier. Der Vorteil daran – sie hatte gleich einen ganzen Fanclub dabei, somit war für Unterstützung am Streckenrand gesorgt. Leider waren wir zwei aber auch die einzigsten die permanent im Wind arbeiteten. Ich war froh, nicht alleine immer vorn sein zu müssen, aber da sich auch die anderen einig waren konnten wir leider nicht auf die Gruppe vor uns aufschließen. Die Beine fühlten sich denn auch recht schwer an, als es auf die Laufstrecke ging, aber nach ein paar Metern und spätestens als ich die ersten vor mir eingeholt hatte wurde es immer besser. Somit konnte ich das Feld von hinten aufrollen und erkämpfte mir am Ende mit Platz 27 eine Platzierung im Mittelfeld. Für das Team in der Besetzung Marieke van der Vegt, Katrin Puth, Annika Gravemeier und Sina Wollbrink sprang am Ende der 10. Platz raus. 
 
 
 
Frühjahrscross Seelingstädt   09.04.2011
 
Werdauer Waldlauf   17.04.2011 
 
Voriges Wochenende haben wir mal einen "neuen" Lauf ausprobiert - den Cross in Seelingstädt. Kleiner, aber feiner Lauf, den es zwar schon länger gibt, aber der bisher nie in unserem Plan war. Da ich aber noch etwas Nachholebedarf bei den schnellen Kilometern habe und alleine Gas geben doof ist, müssen eben Wettkämpfe her. Am 09.04. war das auch recht erfolgreich - nach 8,5km lief ich als erste Frau über die Ziellinie. Bei der anschließenden Siegehrung der Altersklassen stand ich denn auch ganz oben, und mein Mann in seiner Altersklasse ebenfalls. Für die Sieger gab es jeweils eine Flasche Sekt - Grund zum Feiern hatten wir auch, also optimal :-)
 
Heute dann der Werdauer Waldlauf und wieder mit Training vom Vortag in den Beinen. Ziemlich kühl war es auch, also nicht gerade was für mich-dachte ich jedenfalls. Vom Start weg bin ich gleich bei den Männern vorne mitgelaufen und konnte das bis zum Ende hin gut halten und sogar noch etwas nach vorne aufschließen! Nach 40:15 Minuten konnte ich meinen Vorjahressieg mühelos wiederholen und war der Meinung, dass ich in etwa so schnell wie voriges Jahr war. Damit war ich schonmal sehr sehr zufrieden, denn letztes Jahr hab ich mich erst nach der Wende von Jana Richter abgesetzt und wurde dann natürlich von ihr "gejagt". Dieses Jahr hatte ich viel Luft nach hinten und damit eigentlich keinen Druck, hab aber trotzdem durchgezogen. Wir Triathleten sind ja fanatisch was Zeiten, Kilometer und Traingstagebücher angeht, also Zuhause gleich verglichen und welch Überraschung - ich war mal eben 1 Minute schneller als voriges Jahr zur gleichen Zeit! Das macht doch mal Hoffnung, Vor allem darauf dass es keine Eintagsfliege war ;-)!
 
Ansonsten hab ich mein neues Rad schon in Besitz genommen und fleißig Kilometer gesammelt. Es ist eine ganz schöne Umstellung, aber dieses Rad schreit förmlich nach schnellem Fahren. Ehrlich gesagt ist es verdammt hart mit dem Rad "nur" eine Ausdauereinheit zu fahren! Ich bin mal gesapnnt auf die Wettkämpfe, werd wohl aufpassen müssen, das ich mich nicht verzocke was das Tempo angeht!